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DIE ARCHIVE DES ÖSTERREICHISCHEN ARCHÄOLOGISCHEN INSTITUTS

Archive sind ein Teil unseres kulturellen Erbes. Archäologische Archive geben Auskunft über unseren Umgang mit den Monumenten der Vergangenheit, die wir erforschen. Zwei Aspekte stehen hier im Vordergrund: Einerseits können durch das Auswerten unpublizierter Unterlagen Lücken in der Forschung geschlossen werden, andererseits dokumentieren Archive in ihrer Funktion als 'Gedächtnis' die Geschichte der jeweiligen Forschungsinstitution und der handelnden Personen.
Auch in den Archiven des ÖAI sind Unterlagen zur Geschichte und zu den Grabungen und Forschungen des Instituts verwahrt. Es sind wissenschaftlich orientierte Archive, die hauptsächlich institutsintern genutzt werden, aber auch für Anfragen von außen zur Verfügung stehen.

Die Archive gliedern sich in vier Bereiche:
Dokumentationsarchiv - Schriftgut
Bildarchiv - Fotos und Dias
Planarchiv - Pläne
Epigraphisches Archiv - Abklatschsammlung

DOKUMENTATIONSARCHIV

Das im Dokumentationsarchiv aufbewahrte Material stammt zum Großteil aus der Forschungs- und Verwaltungstätigkeit des Instituts selbst. Drei große Bereiche sind vorhanden, das Material ist auch nach diesen Gesichtspunkten geordnet:
1. Verwaltungsmaterial (Akten, Protokolle, Abrechnungsunterlagen), das vor allem Quellen zur Geschichte des Instituts, seiner Zweigstellen und seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter enthält.
2. Wissenschaftliches Material, das aus der wissenschaftlichen Arbeit, vor allem der Grabungstätigkeit des ÖAI entsteht (Grabungstagebücher, Notizen, Manuskripte, Korrespondenz, Zeichnungen, Skizzen, Fotos). Dieses ist nach topographischen Gesichtspunkten geordnet: Inland (alphabetisch nach Bundesländern und Orten; Schwerpunkt: Carnuntum) und Ausland (Schwerpunkt: Türkei, Ephesos).
3. Die Nachlässe der ehemaligen Direktoren und wissenschaftlichen Bediensteten, die nach Möglichkeit als solche geschlossen erhalten bleiben, beinhalten sehr gemischtes Material: Unterlagen zu deren Forschungstätigkeit, wissenschaftliche und persönliche Korrespondenz, persönliche Dokumente und Fotos. Folgende Nachlässe (bzw. Teilnachlässe) sind u.a. erhalten: Fritz Eichler, Rudolf Egger, Franz Miltner, Camillo Praschniker, Emil Reisch, Hermann Vetters, Otto Walter.

BILDARCHIV

Das im Bildarchiv aufbewahrte Material spiegelt die Forschungstätigkeit des Instituts wider und umfasst vor allem die photographische Dokumentation der ÖAI-Grabungen von der Institutsgründung bis in die Gegenwart.
Unter dem Negativbestand sind die etwa 10.000 Glasplattennegative hervorzuheben, die Aufnahmen vom Beginn der Grabungen in Ephesos bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts beinhalten. Derzeit wird die Lagerung dieses wertvollen historischen Bildbestandes umgestellt. Ziel ist die weitestgehende Schonung der Originale. Die Platten werden entsprechend modernen archivarischen Gesichtspunkten in Klappumschläge umgepackt und in speziellen Archivschachteln aufbewahrt. Während dieses Arbeitsprozesses werden die Bilder digital erfasst. Stand der Digitalisierung: ca 4.300 Stück.
Der Bestand an Negativfilmen verschiedener Formate (ca. 108.000 Aufnahmen, vor allem Schwarz-Weiß) von den 50er Jahren bis heute umfasst hauptsächlich Grabungsaufnahmen und die Dokumentation der verschiedenen Fundgattungen.
   Die Diathek (Gesamtbestand ca. 82.000 Dias) bietet neben allgemeinen Aufnahmen von den Grabungsstätten des Instituts auch Bildmaterial, das im Zuge von Forschungsreisen der Institutsangehörigen entstanden ist. Aus Gründen der Mobilität und des geringeren Benützerkreises werden die Detailaufnahmen der einzelnen Forschungsvorhaben projektbezogen in Ordnern aufbewahrt.
   Der Zuwachs an Filmen und Dias war in den letzten Jahren beträchtlich, seit 2002 werden sie zum Großteil durch digitale Aufnahmen ersetzt.

PLANARCHIV

Das Planarchiv des ÖAI umfasst rund 10.000 zeichnerische Dokumentationen von Grabungen, Übersichtspläne, Karten, Rekonstruktionen architektonischer Objekte, Architekturfragmente, geodätische Unterlagen u. v. m. in Bleistiftoriginalen, Tuscheumzeichnungen und Kopien. Besonders unter den ältesten Beständen finden sich dokumentarisch und künstlerisch wertvolle Aquarelle mit Landschaftsdarstellungen und Tuschezeichnungen diverser Bauwerke (vor allem von C. Humann, G. Niemann, W. Wilberg). Die Pläne stammen von Grabungen des ÖAI seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert bis dato, aus diversen Provinzen des Römischen Reiches, aus Österreich, vom Balkan, aus Griechenland und im überwiegenden Maße aus Ephesos.
Die Pläne sind nach Format geordnet und jeweils in Rollen, säurefreien Kartonmappen und handgefertigten Hüllen aus Spezialfolie archiviert und in Metallkästen gelagert. Die Planothek wurde 2006 durch den Einbau einer Galerie modernisiert. Planrecherchen sind mit einer Abfrage der elektronischen Datenbank (MSAccess) nach 24 Kriterien möglich.
Der Zugang zum Planarchiv erfolgt ausschließlich über die Betreuerin, die gewünschte Pläne zur Betrachtung dem Archiv entnimmt. Originale bleiben grundsätzlich am Institut und können dort zur Bearbeitung herangezogen werden. Auf Wunsch und nach Möglichkeit können von bereits publizierten Plänen Kopien erstellt werden.

EPIGRAPHISCHES ARCHIV

Das ÖAI beherbegt ein Archiv, in welchem Abklatsche (Papier und Latex) der meisten ephesischen Inschriften aufbewahrt werden. Auch Abklatsche von anderen Ausgrabungen und Forschungsreisen des ÖAI befinden sich hier. In- und ausländische Fachkolleg/innen können auf Anfrage in dieses Material Einsicht nehmen.

Bildunterschrift
Abb. 1: Brief Theodor Wiegands an Otto Benndorf (Priene 1. Oktober 1897), in dem Vereinbarungen für einen Besuch Benndorfs getroffen werden (ÖAI Inv. 1897/7.3)
Abb. 2: Ephesos, Freilegungsarbeiten in den Thermen am Staatsmarkt (ÖAI Inv. II 437)
Abb. 3: Detail eines Mosaikbodens einer frühchristlichen Kirche auf dem Hemmaberg in Kärnten. Zeichnung im Skizzenbuch des Ausgräbers Hans Winkler (1907) (ÖAI Inv. 1907/1)


ABBILDUNG VON ARCHIVMATERIAL IN PUBLIKATIONEN
(Bilder oder schriftliches Material)


Materialien (Fotos, Diapositive, Negative, Scans, schriftliches Material), für welches die Urheberrechte bzw. Verwertungsrechte beim ÖAI liegen und für die keine zusätzlichen Einschränkungen bestehen, können auch anderen Institutionen/Verlagen bzw. Personen, die nicht Mitarbeiter/innen an Projekten des ÖAI sind, für Publikationszwecke zur Verfügung gestellt werden. Das ÖAI verrechnet in solchen Fällen Reproduktionsgebühren.


Kontakt:
Isabella Benda-Weber (Planarchiv)
Ronald Risy (Bildarchiv)
Hans Taeuber (Epigraphisches Archiv) (Institut für Alte Geschichte und Altertumskunde, Papyrologie und Epigraphik, Universität Wien)
Lilli Zabrana (Dokumentationsarchiv)

Jänner 2010