Walter Gauß - G. Klebinder-Gauß - C. von Rüden (eds), The Transmission of Technical Knowledge in the Production of Ancient Mediterranean Pottery, SoSchrÖAI 54 (Wien 2015).

Sabine Ladstätter, Die Türbe im Artemision. Ein frühosmanischer Grabbau in Ayasoluk/Selçuk und sein kulturhistorisches Umfeld, SoSchrÖAI 53 (Wien 2015).

Projekte: Geografische Übersicht

Award of Excellence – Staatspreis für die besten Dissertationen

Verleihung des Award of Excellence am 7. 12. 2016 im Palais Harrach an Lisa Peloschek
Verleihung des Award of Excellence am 7. 12. 2016 im Palais Harrach an Lisa Peloschek

(von li. nach re.): Univ.-Prof. Mag. Josef Kaiser (Vizerektor für Lehre, Universität für angewandte Kunst Wien), Mag. DDr. Lisa Peloschek, SC Dr. Iris Rauskala (BMWFW), ao. Univ.-Prof. DI Dr. Bernhard Pichler (Leitung Abt. Archäometrie, Institut für Kunst und Technologie, Universität für angewandte Kunst Wien).

 

 

Mit dem Award of Excellence, der aus Mitteln der Studienförderung finanziert wird und mit 3.000 Euro dotiert ist, werden vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) die 40 besten, von den Universitäten vorgeschlagenen Dissertationen des jeweils abgelaufenen Studienjahres honoriert.

 

Mit Lisa Peloschek wurde 2016 eine Forscherin des ÖAI mit dem Staatspreis ausgezeichnet.

In ihrer Dissertation »Kultureller Austausch in Assuan (Oberägypten). Petrographische Evidenz für Keramikproduktion und Handel in ptolemäischer bis spätantiker Zeit«(Betreuer/in: Bernhard Pichler [Universität für angewandte Kunst, Wien] und Sabine Ladstätter [ÖAI, Universität Wien]) verfolgte Lisa Peloschek das Ziel, durch die Kombination archäologischer und naturwissenschaftlicher Analysen materieller keramischer Hinterlassenschaften aus Assuan Interaktionen Ägyptens mit dem griechisch-römischen Kulturkreis aufzuzeigen und mögliche Auswirkungen auf das vorhandene kulturelle Milieu nachzuweisen. Der Schwerpunkt lag auf der diachronen Rekonstruktion der Keramikproduktion in Assuan (antik: Syene und Insel Elephantine) vom 4. Jahrhundert v. Chr. bis in das 7. Jahrhundert n. Chr. Hierbei stand vor allem die Zusammensetzung der Keramikartefakte im Fokus des Interesses, zumal Mineral- und Gesteinseinschlüsse im Ton nicht nur Hinweise auf Herkunft, sondern auch auf Produktionstechnologie der betreffenden Gefäße geben können.

In der lokalen Keramikproduktion Assuans sind über die Jahrhunderte symptomatische Änderungen in der Tonzusammensetzung zu erkennen, die mit der Ausbeutung einzelner Tonlagerstätten in Zusammenhang stehen. Eine geologische Begehung des Umlandes erlaubte es, die Abbaugebiete geografisch einzugrenzen. Ferner ließen sich Präferenzen ausmachen, bestimmte Tone für die Herstellung spezifischer Gefäßformen zu verwenden. Neben der eingehenden Charakterisierung der lokal-regionalen Keramikprodukte wurden durch naturwissenschaftliche Analysen importierte Gefäße und deren Herkunftsgebiete identifiziert und damit rege wirtschaftliche Kontakte mit dem Mittelmeerraum nachgewiesen. Die Dissertation bietet die erste eingehende Charakterisierung von Tonrohstoffen in Oberägypten und wird dazu beitragen, sozio-kulturelle Phänomene antiker Gesellschaften Ägyptens eingehender und unter Berücksichtigung interdisziplinärer Ansätze erforschen zu können.

 

Das Österreichische Archäologische Institut gratuliert Lisa Peloschek sehr herzlich zu ihrer Leistung und der Auszeichnung!