Walter Gauß - G. Klebinder-Gauß - C. von Rüden (eds), The Transmission of Technical Knowledge in the Production of Ancient Mediterranean Pottery, SoSchrÖAI 54 (Wien 2015).

Sabine Ladstätter, Die Türbe im Artemision. Ein frühosmanischer Grabbau in Ayasoluk/Selçuk und sein kulturhistorisches Umfeld, SoSchrÖAI 53 (Wien 2015).

Projekte: Geografische Übersicht

Erfolg für Nachwuchswissenschafter des ÖAI

Blick von der Palastanlage oberhalb des Theaters von Ephesos auf Unterstadt und Hafenebene (Foto: ÖAW-ÖAI/N. Gail)
Blick von der Palastanlage oberhalb des Theaters von Ephesos auf Unterstadt und Hafenebene (Foto: ÖAW-ÖAI/N. Gail)

Das Post-DocTrack-Pilotprogramm der ÖAW dient der gezielten Förderung hoch qualifizierter Nachwuchsforscher und -forscherinnen der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften in der Übergangsphase unmittelbar nach der Promotion. Mit Christoph Baier wurde im Dezember 2016 auch ein Wissenschafter des ÖAI mit einem zwölfmonatigen Post-DocTrack-Stipendium ausgezeichnet. Die Aufnahme in das Förderprogramm der ÖAW ermöglicht es ihm, die monografische Publikation seiner Dissertation vorzubereiten sowie ein eigenes Forschungsprojekt in Griechenland auszuarbeiten und ein internationales Forschungsnetzwerk aufzubauen.

 

In seiner Dissertation »Eine hellenistische Palastanlage oberhalb des Theaters von Ephesos und ihre Entwicklung bis in die Spätantike« (Betreuung: Klaus Rheidt [BTU Cottbus-Senftenberg] und Sabine Ladstätter [ÖAI, Universität Wien]) widmet sich Christoph Baier der Erforschung eines Architekturensembles, das für das Verständnis der Stadtplanung und Entwicklung der Repräsentationsarchitektur in der antiken Metropole Ephesos von großem Interesse ist. Interdisziplinäre Forschungen im Rahmen des Dissertationsprojekts konnten zeigen, dass oberhalb des Großen Theaters der Stadt im 2. Jahrhundert v. Chr. ein neues Quartier entstand, das die urbane Landschaft dank seiner herausragenden Position und seiner monumentalen Architektur bis in das 6. Jahrhundert n. Chr. markant prägte. Die neuen Daten legen nahe, dass es sich bei dem untersuchten Gebäudekomplex um eine der nur wenigen archäologisch bekannten antiken Verwaltungsresidenzen handelte. Innerhalb der Forschungen zur hellenistisch-römischen Herrschaftsarchitektur und zum antiken Städtebau verleiht dieser Umstand der Palastanlage eine besondere Bedeutung.

 

In den Bereich der antiken Bau- und Stadtbauforschung fällt auch das Post-Doc-Projekt des Stipendiaten zur Urbanistik der antiken Kleinstadt Lousoi in der nördlichen Peloponnes, für das er an der Zweigstelle Athen des ÖAI forscht. Das Projekt zielt darauf ab, die Detailergebnisse der bisherigen österreichischen Ausgrabungen in einer städtebaulichen Analyse der gesamten Siedlungsstruktur zusammenzuführen. Durch die Kombination verschiedener archäologischer und naturwissenschaftlicher Methoden soll es gelingen, die sprunghafte Stadtentwicklung von Lousoi zwischen dem ausgehenden 4. und dem 2. Jahrhundert v. Chr. vor ihrem historischen Hintergrund und in ihrem geografischen und ökologischen Kontext zu verstehen. Archäologische Detailuntersuchungen an den Repräsentationsbauten im Zentrum der antiken Stadt versprechen darüber hinaus grundlegenden Einblick in die materielle Kultur und ihre spezifischen Ausdrucksformen, die sich in einem Spannungsfeld zwischen lokalen Traditionen und überregionalen Einflüssen bewegen. Die geplanten Forschungen sehen sich damit auch als Beitrag zu dem aktuell viel diskutierten archäologischen Themenfeld der identitätsstiftenden Bedeutung von Lokalismen innerhalb der von großräumigen Vernetzungen geprägten hellenistischen Welt.

 

Das Österreichische Archäologische Institut gratuliert Christoph Baier sehr herzlich zu seiner Leistung und der Auszeichnung!